Zwei Menschen diskutieren seit zwanzig Minuten über einen Urlaubstermin. Die Argumente wiederholen sich, der Ton wird knapper, keiner weicht. Dann sagt einer: „Mir fällt auf, dass wir uns gegenseitig ins Wort fallen. Ist das nur mir so?“ Zwei Sätze später reden beide über etwas ganz anderes, und zwar über das Richtige.
Dieser Wechsel heißt Metakommunikation. Der Begriff stammt aus der Kommunikationstheorie und wurde vor allem durch Paul Watzlawick bekannt, der ihn in den 1960er-Jahren beschrieb. Gemeint ist eine Ebene über dem Gespräch: Wer spricht wie miteinander, und was richtet das an.
Woran es sich erkennen lässt
Drei Anzeichen dafür, dass die Sachebene nicht mehr weiterführt:
- Die Schleife Dieselben Argumente kommen zum dritten Mal, nur anders formuliert. Niemand hört mehr zu, alle warten auf die eigene Antwort.
- Der Tonbruch Die Worte bleiben höflich, der Tonfall wird kühl. Was gesagt wird und wie es gesagt wird, passt nicht mehr zusammen.
- Die Rückkehr Eine Frage galt als geklärt und steht kurz darauf in neuer Verpackung wieder im Raum. Dann lag das Thema nie auf der Sachebene.
Was hilft
Metakommunikation gelingt oder misslingt am ersten Satz:
- Bei sich bleiben „Mir fällt auf, dass wir uns im Kreis drehen“ beschreibt eine Beobachtung. „Du hörst gar nicht zu“ beschreibt eine Schuld. Der erste Satz öffnet, der zweite schließt. Die Form dafür ist die Ich-Botschaft.
- Beobachtung statt Deutung Beschreiben, was hörbar war, nicht was es bedeutet. „Wir haben uns beide dreimal unterbrochen“ lässt sich überprüfen. „Du willst recht behalten“ nicht.
- Eine Frage anhängen Metakommunikation ohne Frage wirkt wie ein Urteil. „Siehst Du das auch so?“ macht daraus eine gemeinsame Sache.
- Den Zeitpunkt wählen Mitten im lautesten Moment wirkt der Ebenenwechsel wie ein Trick. Kurz davor oder in einer Pause wirkt er wie ein Angebot.
Metakommunikation, Feedback und Eisbergmodell
Feedback richtet sich auf das Verhalten einer Person und wird meist im Nachhinein gegeben. Metakommunikation richtet sich auf das laufende Gespräch und auf beide Beteiligten zugleich, sie ist deshalb weniger heikel. Das Eisbergmodell erklärt, warum sie nötig ist: Was ein Gespräch blockiert, liegt selten über der Wasserlinie. Eine Einschränkung gehört dazu: Metakommunikation funktioniert nur, wenn beide Seiten grundsätzlich an einer Lösung interessiert sind. Wo jemand bewusst Macht ausspielt, wird der Ebenenwechsel als Schwäche gelesen. Dann ist Grenzen setzen das passendere Mittel.
Kurz zusammengefasst
Metakommunikation heißt, das Gespräch selbst zum Thema zu machen statt die Sache. Sie ist angezeigt, wenn Argumente sich wiederholen, der Tonfall nicht mehr zu den Worten passt oder eine geklärte Frage in neuer Form zurückkehrt. Der erste Satz entscheidet: eine Beobachtung über das gemeinsame Gespräch öffnet, ein Vorwurf an die andere Person schließt. Hilfreich sind drei Dinge: bei sich bleiben, beschreiben statt deuten und eine Frage anhängen, damit kein Urteil daraus wird. Der Begriff wurde vor allem durch Paul Watzlawick bekannt. Wo eine Seite bewusst Macht ausspielt, hilft Metakommunikation nicht weiter.
Gesprächsführung in schwierigen Lagen, mit Metakommunikation, Konfliktgesprächen und Verhandlung.
Für Teams in Pflege, Klinik und Praxis: festgefahrene Gespräche wieder öffnen, an echten Fällen geübt.



