Logo Akademie Deines Lebens Akademie Deines LebensAlexander AmannOnlinekurse, Audiokurse & E-Books
Lexikon · Antreiber und Selbstbild

Akzeptanz

Akzeptanz bedeutet, die Wirklichkeit als das anzuerkennen, was sie gerade ist, statt Kraft im Kampf gegen das Unveränderliche zu binden. Sie ist kein Einverständnis und kein Aufgeben, sondern die Voraussetzung dafür, überhaupt handlungsfähig zu werden.

  • Akzeptanz
  • Gelassenheit
  • Veränderung
  • Achtsamkeit

Der Urlaubsplan ist da, und die Wochen, die gewünscht waren, sind nicht dabei. In den nächsten drei Tagen geht ein erheblicher Teil der Energie in den Satz „Das kann doch nicht wahr sein“ – in Gespräche darüber, in inneres Aufbegehren, in Ärger beim Einschlafen. Der Plan ändert sich davon nicht.

Genau das ist der Punkt, an dem Akzeptanz ansetzt. Sie bedeutet nicht, dass der Plan in Ordnung ist. Sie bedeutet, die Tatsache anzuerkennen, dass er so ist, und die Kraft dorthin zu lenken, wo sie etwas bewirkt: in das Gespräch mit der Leitung, in die Planung der freien Tage, oder in die Erholung. Wer das verwechselt, hält Akzeptanz für Resignation – dabei ist sie das Gegenteil, weil Resignation aufhört zu handeln und Akzeptanz damit anfängt.

Woran es sich erkennen lässt

Ob es sich um Akzeptanz oder um etwas anderes handelt, zeigen vier Unterscheidungen:

  • Akzeptanz ist kein Einverständnis Anzuerkennen, dass etwas so ist, heißt nicht, es gutzuheißen. Missstände dürfen und sollen benannt werden – Akzeptanz betrifft die Tatsache, nicht die Bewertung.
  • Akzeptanz ist keine Resignation Resignation sagt: Es ist sinnlos, etwas zu tun. Akzeptanz sagt: So ist es gerade – und was folgt daraus?
  • Sie gilt dem Unveränderlichen Für alles Veränderbare ist Handeln die bessere Antwort. Die erste Frage lautet deshalb immer: Liegt das in meinem Einfluss?
  • Sie schließt Gefühle ein Auch Ärger, Trauer und Angst dürfen da sein, ohne sofort bekämpft zu werden. Der Kampf gegen ein Gefühl verstärkt es meist.

Was hilft

Akzeptanz ist keine Entscheidung, sondern eine Bewegung, die sich üben lässt:

  1. Die Einflussfrage stellen Was davon liegt in meinem Einfluss, was nicht? Diese Sortierung dauert eine Minute und verhindert den größten Kraftverlust überhaupt – das Ringen mit dem Unveränderlichen.
  2. Den Widerstand benennen „Ich wehre mich gerade gegen etwas, das schon passiert ist.“ Dieser Satz schafft Abstand. Nicht die Lage kostet die meiste Kraft, sondern der Widerstand gegen sie.
  3. Vom Warum zum Was jetzt Warum-Fragen halten fest, Was-jetzt-Fragen bringen in Bewegung. Aus „Warum immer ich?“ wird „Was ist jetzt mein nächster Schritt?“ – dieselbe Lage, eine andere Richtung.

Akzeptanz, Resignation und Verharmlosung

Resignation gibt das Handeln auf, Akzeptanz ermöglicht es. Verharmlosung leugnet das Problem, Akzeptanz erkennt es an. Und Verzeihen ist noch einmal etwas anderes – es bezieht sich auf eine Person, Akzeptanz auf eine Tatsache. Verwandt ist das Reframing, aber es setzt später an: Erst wird anerkannt, was ist, dann kann der Rahmen geprüft werden. In der Psychotherapie ist Akzeptanz ein eigenes Arbeitsfeld, etwa in der Akzeptanz- und Commitment-Therapie, die Annehmen und Handeln ausdrücklich verbindet.

Kurz zusammengefasst

Akzeptanz bedeutet, die Wirklichkeit als das anzuerkennen, was sie gerade ist, statt Kraft gegen das Unveränderliche zu binden – und sie ist weder Einverständnis noch Resignation. Resignation hört auf zu handeln, Akzeptanz fängt damit an, denn erst wenn eine Lage anerkannt ist, lässt sich überlegen, was zu tun ist. Sie gilt dem, was nicht im eigenen Einfluss liegt; für alles Veränderbare ist Handeln die bessere Antwort. Einüben lässt sie sich mit der Einflussfrage, mit dem Benennen des eigenen Widerstands und mit dem Wechsel von Warum-Fragen zu Was-jetzt-Fragen. Nicht die Lage kostet dabei die meiste Kraft, sondern der Widerstand gegen sie.

Dazu passt

Ausführlich im BlogDie Kunst der Akzeptanz: Ein Schlüssel zum inneren Frieden

Alle Begriffe im Lexikon