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Lexikon · Kommunikation

Kritikgespräch

Ein Kritikgespräch ist ein geplantes Gespräch über ein Verhalten, das sich ändern soll. Es unterscheidet sich von spontaner Kritik dadurch, dass Anlass, Wirkung und Erwartung vorher geklärt sind und das Ergebnis eine Vereinbarung ist.

  • Kritikgespräch
  • Feedback
  • Führung
  • Kommunikation

Eine Zusage ist zum dritten Mal nicht eingehalten worden. Beim ersten Mal hieß es: nicht so schlimm. Beim zweiten Mal kam ein Seitenhieb in der Runde. Beim dritten Mal platzt es heraus, lauter als geplant, und am Ende geht es nicht mehr um die Zusage, sondern um den Ton.

Genau diesen Verlauf soll ein Kritikgespräch verhindern. Es ist kein schärferes Feedback, sondern ein anderer Rahmen: angekündigt, unter vier Augen, mit einem klaren Anlass und einem offenen Ausgang.

Woran es sich erkennen lässt

Woran ein Kritikgespräch scheitert, bevor es begonnen hat:

  • Zu spät Wer drei Vorfälle sammelt, führt kein Gespräch über ein Verhalten, sondern eine Abrechnung über eine Person.
  • Zwischen Tür und Angel Kritik im Vorbeigehen oder vor Publikum landet auf der Beziehungsebene. Dort ist sie nicht mehr verhandelbar.
  • Als Frage getarnt „Hältst Du das für in Ordnung?“ ist keine Frage, sondern ein Vorwurf mit Fragezeichen. Das merkt jeder.
  • Ohne Ziel Wer nur Luft ablassen will, bekommt Rechtfertigung. Ohne eine Vorstellung davon, was künftig anders sein soll, hat das Gespräch kein Ergebnis.

Was hilft

Ein Aufbau, der unter Druck trägt:

  1. Ankündigen Zeit und Thema vorher nennen, kurz und ohne Drohung: „Ich würde gern zwanzig Minuten über die Terminzusagen sprechen. Passt morgen um zehn?“ Niemand sollte überrumpelt werden.
  2. Beobachtung nennen Ein konkreter Vorgang, überprüfbar, ohne Wertung: „Die Unterlagen waren am Dienstag und am Donnerstag nicht da.“ Keine Wörter wie immer, nie und ständig.
  3. Wirkung beschreiben Was das ausgelöst hat, in der Ich-Botschaft: „Ich musste zweimal umplanen und war in der Besprechung nicht auskunftsfähig.“ Wirkung lässt sich nicht bestreiten, Vorwürfe schon.
  4. Zuhören Jetzt folgt die Sicht der anderen Seite, ohne Unterbrechung. Oft kommt hier eine Information, die das Bild verändert. Wer diesen Schritt überspringt, führt einen Vortrag.
  5. Vereinbaren Zum Schluss ein konkreter nächster Schritt mit Termin, kein guter Vorsatz. „Die Unterlagen liegen montags bis zwölf Uhr vor. In vier Wochen schauen wir, ob das trägt.“

Kritikgespräch, Feedback und Konfliktgespräch

Feedback ist die kurze Rückmeldung im Alltag, oft beiläufig und in beide Richtungen. Das Kritikgespräch ist angekündigt, hat ein Thema und endet mit einer Vereinbarung. Das Konfliktgespräch wiederum setzt an, wenn zwischen zwei Parteien bereits etwas feststeckt, und braucht meist eine moderierende dritte Person; wie weit es schon gediehen ist, zeigen die Eskalationsstufen. Eine Grenze gehört genannt: Wo wiederholt und gezielt herabgesetzt wird, handelt es sich nicht um einen Kritikanlass, sondern um Mobbing am Arbeitsplatz. Dann ist das Vier-Augen-Gespräch der falsche Weg.

Kurz zusammengefasst

Ein Kritikgespräch ist ein angekündigtes Gespräch unter vier Augen über ein Verhalten, das sich ändern soll. Es scheitert meist schon vor dem Beginn: zu spät geführt, zwischen Tür und Angel, als Frage getarnt oder ohne Ziel. Ein tragfähiger Aufbau hat fünf Schritte: ankündigen, eine überprüfbare Beobachtung nennen, die Wirkung in der Ich-Botschaft beschreiben, die andere Sicht anhören und eine konkrete Vereinbarung mit Termin treffen. Vom Feedback unterscheidet es sich durch Rahmen und Ergebnis, vom Konfliktgespräch dadurch, dass noch keine zwei Parteien feststecken. Wo wiederholt und gezielt herabgesetzt wird, geht es nicht um Kritik, sondern um Mobbing, und dann ist ein Gespräch unter vier Augen der falsche Weg.

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